Homeoffice Regelung Schweiz: 3 Regeln Sicher einhalten
Arbeitsrecht

Homeoffice Regelung Schweiz: 3 Regeln Sicher einhalten

PU

Puveno Team

06.07.2026 · 4 min read

Homeoffice Regelung Schweiz: 3 Regeln Sicher einhalten

Arbeitsrecht · Homeoffice Regelung Schweiz: 3 Regeln Sicher einhalten

Ein Kunde aus Luzern rief mich an einem Dienstagmorgen an - Inhaber eines kleinen IT-Teams, neun Mitarbeitende, drei davon im Homeoffice. Das Modell lief gut. Bis eine Mitarbeiterin im Ausland arbeitete, ein zweiter Kollege plötzlich kaum mehr erreichbar war und die Frage aufkam, wer eigentlich die Kosten für Schreibtisch, Stuhl und Internet trägt. «Wir haben Homeoffice eingeführt, aber eigentlich nie geregelt.» Genau da wird es heikel. Die Homeoffice Regelung Schweiz ist kein Papier für die Schublade, sondern ein Schutz für beide Seiten. Drei Regeln reichen oft schon, wenn sie sauber gemacht sind.

Inhaltsverzeichnis

Was Homeoffice in der Schweiz rechtlich überhaupt ist

In der Schweiz gibt es keinen allgemeinen gesetzlichen Anspruch auf Homeoffice. Ob jemand zu Hause arbeiten darf, ergibt sich aus dem Arbeitsvertrag, einer Weisung, einem Reglement oder einer Zusatzvereinbarung. Ohne Regelung besteht grundsätzlich kein Anspruch darauf - und ohne Zustimmung auch kein Automatismus.

Wichtig ist ausserdem die Abgrenzung: Homeoffice bedeutet Arbeit von zu Hause aus, nicht einfach Arbeit unterwegs. Das SECO behandelt in seiner Broschüre ausdrücklich die Arbeit zu Hause und zeigt, welche Vorkehrungen für Gesundheitsschutz und Organisation nötig sind. Ein guter Einstieg ist die SECO-Broschüre zu Homeoffice.

Regel 1: Homeoffice Regelung Schweiz schriftlich festhalten

Die erste Regel ist unspektakulär und trotzdem die wichtigste: Homeoffice schriftlich regeln. Nicht nur «grundsätzlich möglich», sondern konkret. An welchen Tagen? Für wen? Mit welcher Vorlaufzeit? Kann der Arbeitgeber Homeoffice wieder widerrufen? Wer das nicht definiert, diskutiert später über jeden Einzelfall.

Ein Reinigungsbetrieb aus Zug hatte eine Büroangestellte zwei Tage pro Woche im Homeoffice, aber nie schriftlich festgelegt, wie das Modell funktionieren soll. Als die Arbeitslast stieg, war plötzlich unklar, ob der Arbeitgeber die Präsenz wieder erhöhen darf. Die Diskussion dauerte länger als die eigentliche Lösung. Eine saubere Homeoffice-Vereinbarung hätte das vermieden. Kurz. Klar. Fertig.

Die Regelung muss nicht lang sein. Aber sie sollte die wichtigsten Punkte abdecken: Umfang, Ort, Erreichbarkeit, Kosten, Geräte und Widerruf.

Regel 2: Arbeitszeit, Erreichbarkeit und Datenschutz klar regeln

Homeoffice heisst nicht Arbeitsfreiheit ohne Struktur. Auch zu Hause gelten die Regeln zu Arbeitszeit und Ruhezeit. Wer im Homeoffice arbeitet, muss seine Zeiten korrekt erfassen, und der Arbeitgeber bleibt für die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben verantwortlich. «Ich arbeite halt, wenn es passt» klingt bequem - ist aber oft ein Problem, wenn die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit verschwimmen.

Ein weiteres Thema ist die Erreichbarkeit. Darf jemand zwischen 7 und 18 Uhr frei einteilen oder gibt es fixe Präsenzfenster? Wann müssen Teams erreichbar sein, wann nicht? Dazu kommt der Datenschutz: Kundendaten, Lohninformationen und interne Dokumente dürfen im Wohnzimmer nicht einfach offen herumliegen. Das wirkt banal. Ist es aber nicht. Genau dort passieren die meisten Fehler.


Regel 3: Kosten, Geräte und Gesundheitsschutz sauber abdecken

Wer von zu Hause arbeitet, braucht meist einen funktionierenden Arbeitsplatz. Laptop, Bildschirm, Tastatur, Stuhl - das gehört zu den praktischen Fragen. In vielen Fällen muss der Arbeitgeber die nötigen Arbeitsmittel zur Verfügung stellen oder die notwendigen Kosten ersetzen. Das gilt besonders dann, wenn Homeoffice nicht freiwillig als Ausnahme, sondern regelmässig genutzt wird.

Auch der Gesundheitsschutz bleibt Pflicht. Ergonomie, Pausen, Beleuchtung, sichere Arbeitsumgebung - all das verschwindet nicht nur weil jemand zu Hause sitzt. Das SECO hält dazu fest, dass der Arbeitgeber für den Gesundheitsschutz verantwortlich bleibt. Ein IT-Dienstleister aus Winterthur hatte das einfach gelöst: Checkliste für den Homeoffice-Arbeitsplatz, einmal pro Jahr geprüft, bei Neueintritt direkt mitgegeben. Unkompliziert. Aber wirksam.

Homeoffice und mobile Arbeit digital steuern

Wer Homeoffice-Regeln, Absenzen und Zeiterfassung getrennt verwaltet, verliert schnell den Überblick. In Puveno lassen sich Arbeitszeiten, Absenzen und Mitarbeiterdaten zentral erfassen - inklusive der Information, wer im Büro, im Homeoffice oder unterwegs arbeitet. Das erleichtert die Planung und macht die Nachvollziehbarkeit deutlich besser.

Wer die Zeiterfassung im flexiblen Arbeitsmodell noch genauer aufsetzen will, findet auf der Funktionsübersicht von Puveno den direkten Einstieg. Und wer sehen will, wie sich mobile Zeiterfassung im Alltag sauber abbilden lässt, liest am besten den Artikel zur mobilen Zeiterfassung für Schweizer KMU.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung. Homeoffice-Regelungen können je nach Vertrag, Reglement und Branche abweichen. Im Zweifelsfall lohnt sich eine arbeitsrechtliche Prüfung.
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